Augen auf beim Baumkauf

Der Kauf eines Baumes sollte wohlüberlegt sein. Bedenken Sie Standortbedingungen, Höhe, Wuchsform u.ä. und wählen Sie dazu passende Bäume aus. Erst dann sollten Sie eine Baumschule in Ihrer Region kontaktieren oder besuchen.

Regionale Gärtnereien und Baumschulen haben hier meist ein gutes Angebot und garantieren eine hohe Qualität. Außerdem sind regional produzierte Gehölze bestens an das Klima und den Boden angepasst. Und was die Baumschule gerade nicht vorrätig hat, kann dort meist bestellt werden, denn Baumschulen sind häufig mit anderen Anbietern vernetzt.

Qualitätskriterien

Jüngerer oder schon größerer Baum? Ist sicher auch eine Preisfrage. Jüngere Bäume passen sich nach der Pflanzung rascher an den neuen Standort an. Durch kräftigeres Wachstum wird die kleine Ausgangsgröße oft innerhalb weniger Jahre kompensiert. Je größer der Baum ist, desto sorgsamer und schonender müssen Transport, Pflanzung und Anwuchspflege erfolgen.

Auf gesunde, kräftig Pflanzen achten:
  • kräftige Triebe, gut verzweigte Krone und kompakte Wurzeln
  • besser ist ein gedrungener Wuchs als lange und dünne Triebe
  • wichtig ist ein gerader Stamm - keine Bäume mit Zwieselkrone kaufen (zwei Haupttriebe oder V-förmiger Haupttrieb)
  • keine Verletzungen an Stamm und Ästen
  • Astschnittstellen müssen gut verheilt sein
  • auch bei Containerpflanzen Wurzeln begutachten: keine Drehwurzeln (Wurzeldeformationen durch zu lange Zeit im Container)
Transport & Zwischenlagerung

Ein sorgsamer Umgang beim Transport ist besonders wichtig, um Verletzungen an Ästen und Stamm zu vermeiden:

  • Jungbaumrinde ist sehr druckempfindlich, daher beim Festbinden mit einer Polsterung versehen
  • die Krone wird zusammengebunden
  • alle Pflanzenteile vor einem Aufscheuern schützen (z.B. mit Decken)
  • Gehölze ohne Erdballen (wurzelnackt): Wurzeln unbedingt vor Sonne, Wind, Austrocknung und Frost schützen

Wurzelnackte Bäume sollten möglichst rasch gepflanzt werden. Zur Zwischenlagerung die Wurzeln an einem schattigen Standort in Erde einschlagen und gleichmäßig feucht halten. Vor der Pflanzung 1 Stunde in einen Kübel Wasser stellen; idealerweise wird hier Komposttee verwendet.

Pflanzung
Pflanzzeit

Containerpflanzen können bei entsprechender Pflege (regelmäßig gießen und mulchen) die ganze Vegetationsperiode hindurch gepflanzt werden.

Wurzelnackte Bäume können nur im Frühjahr oder im Herbst gepflanzt werden.

Die beste Pflanzzeit für Jungbäume ist der Herbst, solange der Boden nicht gefroren ist. Die Wurzelbildung setzt noch vor dem Winter ein und die Bäume haben dadurch im Frühjahr einen Wachstumsvorsprung. Im Frühling kann gepflanzt werden, solange die Bäume noch nicht ausgetrieben haben.

Richtige Pflanzung

Eine fachgerecht durchgeführte Pflanzung ist wichtig um langfristig eine gute Entwicklung des Jungbaumes zu ermöglichen:

1.    Pflanzloch:

Das Pflanzloch muss mindestens die doppelte Breite und Tiefe des Wurzelballens betragen. Je schwerer der Boden, desto tiefer sollte gegraben werden. Im unteren Bereich des Pflanzloches wird der Boden noch zusätzlich spatentief gelockert.

2.    Erde/Substrat:

Bei normalen Böden wird der Mutterboden mit 1/3 gut abgelegenem Kompost vermischt. Bei schweren Böden wird zusätzlich Quarzsand, Kies oder Ziegelsplitt beigemischt. Mittlerweile sind auch torffreie Baumsubstrate im Fachhandel erhältlich.

3.    Pflock:

Alle neu gepflanzten Bäume werden mit einem Pflock stabilisiert. Durch starke Bewegungen des Baumes können sich Wurzeln nicht gut entwickeln und sogar abreißen.

  • bei kleinen Bäumen reicht ein Pflock (dieser sollte sich an der der Hauptwindrichtung (Nordwesten) zugewandten Seite befinden)
  • größere Bäume werden an drei Pfählen befestigt
  • zum Anbinden eignen sich am besten Kokos- oder Hanfstricke oder auch alte Strumpfhosen
  • gebunden wird locker mittels 8-er Schleife- der Baum sollte sich noch leicht bewegen können
  • die Anbindungen an den Pflöcken in den Folgejahren regelmäßig kontrollieren, damit keine Einschnürungen in der Rinde entstehen
  • nach etwa 3 Jahren können die Pflöcke entfernt werden; der Baum sind dann vollständig eingewurzelt

4.    Wühlmausgitter:

Vor allem wenn bekannt ist, dass Wühlmäuse vorkommen, sollte der Wurzelballen vor der Pflanzung mit einem Wühlmausgitter versehen werden:

  • Gitter mit maximaler Maschenweite von 13 mm verwenden
  • unverzinkte Gitter verrotten – dadurch entsteht kein Schaden an hindurch wachsenden Wurzeln
  • Gitter sollte bei der Pflanzung bis zum Stamm an der Oberfläche reichen (sonst kommen Wühlmäuse von oben in den Wurzelraum)

5.    Pflanzung & Gießmulde:

  • Wurzelballen muss vor der Pflanzung gut durchfeuchtet sein
  • Drahtgewebe oder unverrottbare Materialien um den Wurzelballen werden entfernen
  • beschädigte Wurzeln sauber abschneiden
  • Pflanztiefe des Wurzelballens sollte der vorherigen Pflanztiefe in der Baumschule entsprechen – Erde nach der Pflanzung leicht andrücken
  • Gießrand ausformen und durchdringend gießen

6.    Stammschutz:

Der Stamm des jungen Baumes sollte vor intensiver Sonneneinstrahlung und gegen Frostrisse geschützt werden. Dies erfolgt am besten mit einer Schilfmatte, die locker um den Stamm gebunden wird. Diese Matte bietet auch einen guten Schutz gegen Wildverbiss.

Jungpflanzen- und Baumpflege

Vor allem die Jungbaumpflege in den ersten Jahren ist entscheidend für eine kräftige und gesunde Entwicklung des Baumes.

Gießen

Zu den wichtigsten Maßnahmen gehört das angepasste Gießen bei jungen Gehölzen; denn diese brauchen in Trockenperioden regelmäßig Wasser.

Beim Gießen ist Folgendes zu beachten:

  • je jünger ein Baum, desto wichtiger ist ein angepasstes Gießen, da das Wurzelsystem noch nicht so groß ist, um sich auch in Trockenperioden gut mit Wasser versorgen zu können
  • lieber seltener, aber dafür durchdringend gießen
  • pro Meter Pflanzenhöhe wird in extremen Trockenzeiten alle 3-4 Tage eine Wassermenge von ca. 10 Liter gegossen
  • ab dem zweiten Standjahr wird nur mehr bei starker Trockenheit gegossen
Düngung & Stärkung

Frisch gepflanzte Bäume werden nicht zusätzlich gedüngt. Das Baumsubstrat bzw. der beigemengte Kompost enthalten genügend Nährstoffe für das erste Standjahr.

Ab dem zweiten Standjahr können Kompost oder organische Düngemittel zugegeben werden.

Ältere Bäume werden nur mehr selten gedüngt (alle 2-3 Jahre etwas Kompost unter die Baumtraufe geben).

Pilzanfällige Bäume können regelmäßig mit pflanzenstärkenden Brühen wie z.B. Ackerschachtelhalm, Komposttee oder Pflanzenstärkungsmitteln aus dem Fachhandel gespritzt und gegossen werden. Das hilft den Pflanzen, die gegen Pilzerkrankungen empfindlich sind, indem die Vitalität der Pflanzen erhöht wird.

Baumscheibe & Gießmulde

Die ersten Jahre sollte die Baumscheibe und somit auch die Gießmulde frei von Bewuchs gehalten werden. Eine Gießmulde mit ausgeformtem Gießrand erleichtert die Bewässerung und führt das Wasser direkt zu den Wurzeln.

Die Baumscheibe und die freie Erdoberfläche sollten immer mit Rasenschnitt, Holzhäcksel, Holz-/Gartenfaser, u .ä. gemulcht werden. Dadurch werden Beikräuter unterdrückt, die eine Konkurrenz für die jungen Bäume darstellen könnten und die Erde bleibt länger feucht.

Baumschnitt & Kronenerziehung

Schützende Rinde

Die Rinde umschließt schützend den Stamm und alle Äste. Die Schutzschicht sollte möglichst nie verletzt geöffnet, bzw. angeschnitten werden, da das Holz sonst den äußerlichen Einflüssen ausgesetzt ist und Baumpilze ungehindert eindringen können.

Schneiden minimieren

Schnittmaßnahmen an Zierbäumen sind nicht notwendig und sollten, wenn irgendwie möglich, vermieden werden. Ausnahmen sind Schnitte zur Kronenerziehung, zum Erhalt der Verkehrssicherheit, nach Schadereignissen wie Sturm oder Schneedruck und im schweren Krankheitsfall.

Kronenerziehung

Bei Jungbäumen kann die Krone durch frühzeitiges Schneiden (noch kleiner Äste) erzogen werden. Dabei werden reibende und nach innen wachsende Äste entfernt, bzw. Fehlentwicklungen der Krone entgegengesteuert. Die kleineren Schnittwunden die dadurch entstehen, verheilen rasch.

Eine Ausnahme bilden Obstbäume (außer Nussbäume): hier fördert ein regelmäßiger Obstbaumschnitt eine gezielte Kronen- und Fruchtholzentwicklung sowie einen guten Ertrag und große Früchte.

Grundregeln des Baumschnittes:

  • nur schneiden, wenn unbedingt notwendig
  • nur scharfes Werkzeug verwenden – glatte Schnitte durchführen
  • die Größe der Wunden möglichst gering halten
  • Schnittwunden über 5-10 cm Durchmesser vermeiden! Diese verheilen generell nur schlecht.
  • Geschnitten wird von Frühjahr bis Spätsommer (in der Winterruhe findet keine Wundheilung statt)
  • Kappungen der Krone schädigen den Baum dauerhaft und verkürzen sein Leben deutlich!
  • auf Wundverschlüsse kann man getrost verzichten.

Baumkontrolle

Verschiedenste Faktoren (Schädlinge, Krankheiten, Umwelteinflüsse, Schnittfehler, das Alter) können die Vitalität des Baumes beeinflussen. Durch sorgsame Pflege kann die Baumgesundheit positiv beeinflusst werden. Im naturnahen Garten stehen Vorbeugung, Pflanzenstärkung, Kreislaufwirtschaft, sowie die Förderung von Nützlingen an oberster Stelle - chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel haben hier keinen Platz.

Ein Baum ist rechtlich gesehen ein Bestandteil eines Grundstücks. So haben die Besitzer/innen die Verpflichtung darauf zu achten, dass von ihren Bäumen keine offensichtliche Gefahr für die Allgemeinheit (Personen und Sachen) ausgeht. Sie wären ansonsten bei allfälligen Schadereignissen haftbar. Daher sollte der Baum regelmäßig auf Veränderungen und Auffälligkeiten aller Art kontrolliert werden.

Im Zweifelsfall können professionelle Baumkontrolleure zu Rate gezogen werden, die den Baum vor Ort genau unter die Lupe nehmen können.